Leitfaden "Praxismanagment"

Aus der Sicht einer modernen und effizienten Arbeitssituation stellt sich für jeden Praxisinhaber die Frage, ob in Zukunft ohne Praxisvernetzung noch zeitgerechte Arbeitsmöglichkeiten vorliegen.
Mit einer umfassenden Digitalisierung kann ein Arbeitsablauf innerhalb einer Ordinationspraxis erheblich gesteigert aber vor allem „gesichert“ werden.
Ziel einer umfassenden Digitalisierung ist es, Informationen dort zu erfassen, wo sie entstehen (z.B. klinische Befunde direkt im Behandlungszimmer) die Informationen zu ordnen , sprich zu verarbeiten , sie sicher zu speichern und schließlich an jedem gewünschten Ort wieder verfügbar zu machen.

Das Datenhandling erfolgt am so genannten Server, einem Computer, der als Zentrale alle Daten empfängt, verarbeitet und an den gewünschten Empfänger verschickt. Sämtliche Daten (Daten in diesem Sinne sind auch Programme) werden auf den Festplatten des Servers gespeichert, er ist also auch das zentrale Gedächtnis.

Die Datenverteilung erfolgt durch das Netzwerk. Aufgabe des Netzwerkes ist es, Daten schnell und sicher von einem Ort zum anderen zu transportieren. Von herausragender Bedeutung für die vollständig digitalisierte Praxis ist die Datensicherung. Im Server sind nicht nur die Patientendaten sowie Röntgen- und andere Befunde gespeichert, sondern auch Buchhaltungsdaten, Schriftverkehr, Handbücher, Verfahrensanweisungen und dergleichen mehr ab gelegt. Im Grunde befindet sich ein komplettes digitales Abbild der gesamten Praxis auf den Festplatten des Servers. Bei dauerhaftem Verlust dieser Daten ist die Existenz der Praxis aufs Höchste gefährdet.
Eine leistungsfähige, unterbrechungssichere Stromversorgung (USV) überbrückt nicht nur einen kurzzeitigen Stromausfall oder Spannungsspitzen, sondern ermöglicht es auch, nach einer vorgegebenen Zeit automatisch herunterzufahren und wieder zu starten. Daten und Programme sollten nie nur auf einer Festplatte gespeichert sein. Die Gefahr des Datenverlustes bei einem Plattendefekt wäre einfach zu groß.
Die Daten sollten regelmäßig (mindestens täglich) auf einem Wechselmedium gesichert werden. Dafür haben sich digitale Bandlaufwerke (Streamer) bewährt. Es sollten stets zwei Wochensets zu je fünf Bänder verwendet werden, um auch Daten zurückgewinnen zu können, deren Verlust nicht sofort bemerkt wurde. Die Bänder sollten praxisfern aufbewahrt werden, so dass es bei Diebstahl oder Brand nicht zu einem Totalverlust kommt. Hier liegt ein deutlicher Sicherheitsvorteil gegenüber der Karteikarte und konventionellen Röntgenbildern.

Mit Server, Netzwerk und Workstations ist die notwendige Hardwareausstattung für ein einfaches Praxisnetzwerk beschrieben.. Zum Betrieb des Netzwerkes muss das Betriebssystem für Server und Workstations ausgewählt werden. Auch hier spielen Kriterien wie Sicherheit und Schnelligkeit eine Rolle. Dazu kommen Faktoren wie Wartungsfreundlichkeit, Standardisierung und Verbreitungsgrad. es hat wenig Sinn, ein Betriebssystem zu wählen, das zwar vorzügliche Eigenschaften hinsichtlich der Geschwindigkeit aufweist, jedoch z.B. die gewünschte Röntgensoftware nicht unterstützt.


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